{"id":796,"date":"2010-09-16T18:57:38","date_gmt":"2010-09-16T17:57:38","guid":{"rendered":"http:\/\/11er.paeddy.ch\/?p=796"},"modified":"2015-03-05T20:28:57","modified_gmt":"2015-03-05T19:28:57","slug":"ausflug-prag-vom-13-15-august-2010","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/?p=796","title":{"rendered":"Ausflug Prag vom 13. &#8211; 15. August 2010"},"content":{"rendered":"<p>Auch im Jahr 2010 hat der 11er Club einen Ausflug erlebt, welcher den Mitgliedern noch lange in Erinnerung sein wird und die Leber noch viele Jahre damit besch\u00e4ftigt ist, dieses Wochenende zu verarbeiten. In diesem Jahr ging die Reise nach Prag.<\/p>\n<p>Die letzten Vorbereitungen wurden am 10. August im Bolero diskutiert und organisiert, damit der Ausflug vom Freitag, 13.08.2010 bis Sonntag, 15.08.2010 problemlos genossen werden konnte.<\/p>\n<p>Und dann war es soweit. Bidli fuhr an jenem Freitagmorgen mit seiner Luxuskarosse um 7.25 Uhr bei mir (Generalsekret\u00e4r Dinu) in Lyss vor. Gemeinsam tuckerten wir nach Studen, um unseren Clubtechniker K\u00fcsu abzuholen. Nachdem sich der Stromexperte zu uns ins Auto gesellte, fuhren wir los Richtung Aegerten, wo die restlichen Mitglieder auf uns warteten.<\/p>\n<p>Die erste offizielle Handlung an diesem wundersch\u00f6nen Tag war die Verteilung der kurz- und langarm Shirts durch Mischu, welche eigens f\u00fcr diesen Ausflug bedruckt wurden. Da die Temperaturen vielversprechend waren, einigten wir uns auf ein einheitliches kurz arm Tenu. Stolz trugen alle das neue Shirt. Alle, ausser S\u00e4ndu! Der erste und einzige Kassier im Club weigerte sich das Oberteil anzuziehen. Dies nicht weil es optisch nicht seinen Vorstellungen entsprach, sondern weil es zu klein f\u00fcr seinen athletischen Oberk\u00f6rper ausgemessen war. So machten sich schliesslich 6 grau-weiss gekleidete Mitglieder und ein in einem langarmigen schwarzen Shirt auf den Weg nach Basel zum Flughafen. Mischu, unser Materialchef, organisierte f\u00fcr diesen Ausflug einen Fiat, welcher Platz f\u00fcr alle Mitglieder inklusive Gep\u00e4ck aufwies. Die Luxuskarosse von Bidli liessen wir in Aegerten zur\u00fcck, mit der Hoffnung, dass diese Bolide am Sonntag noch auf dem Parkplatz stehen w\u00fcrde. Die Angst um das Fahrzeug war allerdings nicht Dieben gewidmet, sondern dem Rost, welcher es sich am \u201eSchassi\u201c im grossen Stil gem\u00fctlich gemacht hatte. Die Antwort w\u00fcrden wir am Sonntagabend erfahren!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nun, die Fahrt verlief ohne Zwischenf\u00e4lle. Fast! Denn kurz nach Oensingen wollte unser Clubtechniker, der um das Wohl der 11er Club Mitglieder stets besorgt ist, die angestaute, dicke, leicht rauchhaltige Luft im inneren des Fiats mit A1-Frischluft austauschen. So \u00f6ffnete der Gesundheitsfanatiker K\u00fcsu das Fenster um den Tausch zu vollziehen. Beim Schliessen jedoch bemerkte er noch rechtzeitig, dass das Fenster nicht mehr in seiner gewohnten Position war und fast aus seiner Vorrichtung zu fallen drohte. Zum Gl\u00fcck sass an diesem Fenster der Clubtechniker, der den Schaden schnell, unkompliziert und mit einer bewundernswerten Gelassenheit und K\u00fchnheit beheben konnte. Man stelle sich vor was geschehen w\u00e4re, wenn es sich auf diesem Sitz der B\u00e4cherlikonzepterfinder S\u00e4ndu gem\u00fctlich gemacht h\u00e4tte. Eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmasses w\u00e4re die Folge gewesen. Man h\u00e4tte die Autobahn f\u00fcr Tage\/Wochen sperren m\u00fcssen. Blechsch\u00e4den, Naturverw\u00fcstungen, Verletzte vermutlich sogar Tote. Der Terroranschlag 9\/11 h\u00e4tte dagegen wie ein Bagatellschaden ausgesehen. Doch dies zeichnet eben den 11er Club aus. Die richtigen Personen sind immer am richtigen Ort und dies instinktiv!!<\/p>\n<p>Wie die Leser dieses Berichts bisher richtig bemerkt haben, stand bis zu dieser Zeile noch kein Wort von der unheilbaren SMS Sucht, sprich Krankheit unseres Club-Pr\u00e4sidenten \u00c4ndu al Calimero. Der Grund daf\u00fcr ist nicht etwa das dieser zwischenzeitlich geheilt wurde und die intensive mit starken Medikamenten und Elektroschocks begleitete Therapie, welche alle zwei Wochen f\u00fcr 3 Tage in einer geschlossen Anstalt im Jura vollzogen wird, Wirkung gezeigt hatte, NEIN, der Grund daf\u00fcr ist, dass der Rentnerschreck das Natel an diesem Tag zu Hause vergessen hatte. Mit den Symptomen, wie Sch\u00fcttelfrost, weisser Schaum ums Mund oder starke Schweissausbr\u00fcche, die \u00c4ndu die ganze Reise begleiten w\u00fcrden, kamen die restlichen Clubmitglieder schnell zurecht und wir lernten diese \u201eAbnormalit\u00e4ten\u201c zu ignorieren. Die wirklichen Leittragenden waren jedoch Mischu, der gelegentlich dem Pr\u00e4sidenten sein Natel zur Ben\u00fctzung reichte, damit die Zuckungen nachliessen und die Swisscom. Beide erlitten einen finanziellen Schaden. Vor allem die Swisscom litt stark unter der Umsatzeinbusse. Meldungen zufolge, wurden kurze Zeit nach unserer Reise verschiedene Gesch\u00e4ftsstellen des Telekommunikation-Anbieters geschlossen und mehrere Personen entlassen. Wir vom 11er Club vermuten hierzu einen Zusammenhang!<\/p>\n<p>Den Fiat stellten wir am Flughafen Basel auf einen Aussenparkplatz ab, ca. 10 Gehminuten vom Hauptgeb\u00e4ude entfernt. Wir checkten am Swiss-Schalter kurz ein, gaben das Gep\u00e4ck auf und dann ging es bereits zu unserem ersten gemeinsamen Ap\u00e9ro auf der Flughafenterrasse. Hier bemerkten wir, das unser Club-Pr\u00e4sident mit Alkohol viel ruhiger wirkte als zuvor. Seit Beginn unserer Reise hatte \u00c4ndu seinen K\u00f6rper das erste Mal wieder unter Kontrolle. Kein Zucken, kein Sch\u00e4umen und Geifern. Das war die Chance ein sch\u00f6nes und gem\u00fctliches Wochenende zu erleben. Wir mussten einfach nur daf\u00fcr sorgen, dass unser Calimero gen\u00fcgend Treibstoff intus hatte. Und da wir kurz darauf die Sicherheitskontrollen am Flughafen passieren mussten, bestellten wir dem Kleinen noch ein Grosses<\/p>\n<p>Der Flug verging wie im Flug. Ohne Turbulenzen und Terroristen erreichten wir unbeschadet und mit guter Laune \u201edie goldene Stadt\u201c Prag. Der Transfer vom Flughafen bis in die Stadt wurde von unserem Eventmanager Bidli nicht speziell geplant. Spontan war die Devise. Und so spontanivierten wir gemeinsam an einen Schalter eines Tourismusstandes im inneren des Flughafens. Es kam uns allerdings ein wenig tschechisch vor, als wir die Tagespreise f\u00fcr \u00f6ffentliche Verkehrsmittel studierten. Ein Tag kostete 100 Tschechische Kronen und ein 3-Tages Pass machte 330 Kronen. EU-Logik?!!? Wir beschlossen trotz dem Verlust von 30 Kronen den 3-Tages Pass k\u00e4uflich zu erwerben. Dass wir allerdings nur 2 Tage in Prag verweilten bemerkte unser Vize-Pr\u00e4sident, Computerspezialist und i-phone Fanatiker P\u00e4ddy erst, als alle bereits ein Ticket gekauft hatten.<\/p>\n<p>Der Transfer vom Flughafen zu unserer Unterkunft erfolgte per Bus und per U-Bahn und dauerte ca. 45 Minuten. Den Rest unseres Weges nahmen wir zu Fuss in Angriff. So lernten wir auch \u201eby the way\u201c unser Quartier kennen, in welchem sich unsere Wohlf\u00fchloase das 1. Republic Hotel (4 Sterne) befand. Eine sehr vornehme Gegend gespickt mit Luxuskarossen, Limousinen und h\u00fcbschen Frauen, welche den Strassenrand schm\u00fcckten. Diese netten Damen waren auch sehr aufgeschlossen, kontaktfreudig und freundlich uns Touristen gegen\u00fcber. Alle wollten sie uns in heimelige Lokalit\u00e4ten einladen und uns kennen lernen oder gaben uns herzlich Flyer mit Sehensw\u00fcrdigkeiten und Ausflugsm\u00f6glichkeiten ab. Ich dachte immer im Ausland sei man sehr verschlossen und pr\u00fcde. Hier wurde ich allerdings positiv \u00fcberrascht und vom Gegenteil \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Im Hotel angekommen, machten wir uns ein wenig frisch und dann ging es auch schon los auf Erkundungstour. Es war uns auf dieser Reise sehr wichtig auch die Kultur, die kulinarischen Spezialit\u00e4ten und die Gepflogenheiten des Landes kennen zu lernen und zu f\u00fchlen. Es war deshalb auch nicht dem Zufall \u00fcberlassen, dass unser erster Halt bei einem typisch tschechischen Restaurant erfolgte. Kentucky Fried Chicken. Gest\u00e4rkt mit einheimischen Leckereien wie Hamburger, Hamburger und Hamburger f\u00fchrten wir unseren Spaziergang geschlossen und vereint fort.<\/p>\n<p>Der Wetterbericht von J\u00f6rg Kachelmann, den er einen Tag zuvor Live aus dem Bezirksgef\u00e4ngnis Mannheim f\u00fcr die Region Prag vorgetragen hatte, verhiess f\u00fcr diese Tage nichts Gutes. Und siehe da, um 15.40 Uhr Ortszeit begann es tats\u00e4chlich an zu regnen. Anfangs war es nur ein Nieseln, sp\u00e4ter jedoch goss es wie aus K\u00fcbeln. Und obwohl wir von der schlechten Wetterprognose wussten, liessen wir die Regenschirme im Hotel. Keiner, aber wirklich keiner hatte einen Schirm bei sich. Die Stimmung und die gute Laune vermochte dieses Wetter allerdings nicht tr\u00fcben. So machten wir w\u00e4hrend der Erkundungstour immer wieder einen Halt um uns einerseits vom k\u00fchlen Nass, welches von oben kam zu sch\u00fctzen, andererseits um uns an einem k\u00fchlen Nass zu erfrischen. Ich denke es war so gegen 17.30 Uhr als wir durchn\u00e4sst ins Hotel zur\u00fcckkehrten um uns erneut frisch zu machen und um trockene Kleider f\u00fcr den bevorstehenden Abend anzuziehen. Gestylt und geduscht ging es dann kurz nach sechs wieder auf die Strasse. W\u00e4hrend dieser Zeit hatte es aufgeh\u00f6rt zu regnen und die Sonne begr\u00fcsste uns mit einem herzhaften l\u00e4cheln, um uns einen sch\u00f6nen Ausgang zu w\u00fcnschen. Wir entschieden uns das Nachtleben in Prag mit einem Ap\u00e9ro zu beginnen.<\/p>\n<p>Und siehe da, oder wollen wir sagen \u201eLook at that!\u201c, S\u00e4ndu der Meister-Camper erfuhr durch einen puren Zufall was ein Radler ist. F\u00fcr alle die das auch nicht wissen: ein Radler wird in der Schweiz Panach\u00e9 genannt. Also Bier gemischt mit Citron. F\u00fcr S\u00e4ndu hatte sich dieses Wochenende somit bereits bezahlt gemacht. Sein internationaler Wortschatz wurde um einen Begriff erweitert. Nach der fl\u00fcssigen St\u00e4rkung ging es er erneut auf Wanderung. Ziel war die bekannte Karlsbr\u00fccke, welche sich an der Moldau befindet. Uns erwartete eine eindr\u00fcckliche und imposante Kulisse. Gerade weil sich das Wetter nun freundlich warm und sonnig pr\u00e4sentierte, tummelten sich viele Touristen und Einheimische in diesem Viertel. Ein besonderes Spektakel waren die vielen Kleink\u00fcnstler und H\u00e4ndler, welche ihr Geschick und ihre Fertigkeiten auf dem eindr\u00fccklichen Bauwerk aus\u00fcbten. Ferienstimmung kam auf und wir genossen den milden Abend. Wir schlenderten noch eine Weile planlos umher als uns der Hunger einholte. Futtersuche war angesagt. Auch diesmal stand die Wahl der Lokalit\u00e4t im Zeichen der \u201eRegionalit\u00e4t\u201c. Lange suchten wir ein passendes Restaurant, welches unseren strengen Kriterien entsprach. Einigen konnten wir uns schliesslich auf eine traditionelle tschechische Pizzeria, die umgeben war von Souvenir-L\u00e4den, Wechselstuben und Schmuckl\u00e4den. Rege und impulsiv war die Gegend. Wir machten es uns gem\u00fctlich, bestellten unsere Speisen und Getr\u00e4nke und beobachteten die vielen Touristen, die wie wir zuvor durch die Gassen und Strassen spazierten. Wir warteten ziemlich lange auf unsere Pizzen und Prager Schnitzel. Doch wer Qualit\u00e4t will muss sich in Geduld \u00fcben. Geduld \u00fcbten wir sehr lange. Wir wurden die Meister der Geduld k\u00f6nnte man sagen, ausgezeichnet mit dem schwarzen G\u00fcrtel der Geduld, doch die ersehnte und erhoffte Qualit\u00e4t blieb aus. Wir assen trotzdem artig die Teller leer, da der Hunger den Geschmacksnerven um einiges \u00fcberlegen war. Das Highlight bot sich in diesem Restaurant allerdings zuletzt. Denn wer sich hier an einem Radler vergriff, musste daf\u00fcr tief in die Taschen greifen. In diesem Lokal wurden das Citron und das Bier separat verrechnet. Somit kam ein Radler fast doppelt so teuer wie ein normales Bier. Der Kellner bettelte anschliessend vergebens um Trinkgeld.<\/p>\n<p>Ges\u00e4ttigt aber kulinarisch nicht befriedigt, verliessen wir die Pizzeria, um uns ins Nachtleben von Prag zu begeben. Die Stadt bietet unz\u00e4hlige Bars an verschiedenen wundersch\u00f6nen und mit Leuten \u00fcberf\u00fcllten Pl\u00e4tzen, was die M\u00f6glichkeit sich zu vergn\u00fcgen immens steigert. Eine Attraktivit\u00e4t war sicher der englisch sprachige Typ, der den Touristen ein spezielles Gef\u00e4hrt pr\u00e4sentierte. Ein Velo mit einer K\u00fchltruhe als Gep\u00e4cktr\u00e4ger und einer Vorrichtung vorne am Lenkrad, welche aus einem runden Tisch und sechs rundherum angeordneten Hockern bestand. Ebenfalls konnte jeder, der sich auf einem dieser Sitze niederliess selbst in die Pedale treten. So stiegen wir auf den Drahtessel, P\u00e4ddy als siebtes Mitglied machte es sich auf der K\u00fchltruhe gem\u00fctlich, und fuhren mit dem Guide durch die Menschenmenge. Die Fahrt dauerte zwar nur einige Minuten, doch hatten alle einen riesigen Spass dabei. Der Fahrer des Gef\u00e4hrts hielt schliesslich vor einem Irish Pub. Da dieses Lokal jedoch ein wenig abseits des Rummels gelegen war, beschlossen wir zu Fuss wieder ins Geschehen zur\u00fcck zu kehren.<\/p>\n<p>An jeder Ecke versuchten uns Leute mit Flyern in ihre Pubs, Discos oder Restaurants zu zerren. F\u00fcr ein ganz bestimmtes Lokal haben wir uns schliesslich einstimmig entschieden. Der Name des Lokals war \u201eFaraonbar\u201c.Der Lockvogel versprach uns f\u00fcr 200 Kronen pro Person eine Eintrittskarte inklusive 3 Getr\u00e4nke und erotischer Unterhaltung. Gef\u00fchrt von der Person, welche uns das Angebot unterbreitet hatte und seiner netten blonden Begleitung, erreichten wir schon nach wenigen Schritten in einer Nebenstrasse das Etablissement. Nach Bezahlung des angek\u00fcndeten Preises betraten wir das Lokal, welches eher ein Keller war. Dieser beinhaltete eine kleine Tanzfl\u00e4che, einige Sofas und Hocker sowie hinter der Tanzfl\u00e4che eine Bar. Ohne zu z\u00f6gern schritten die Clubmitglieder zielgerichtet auf die Bar\u2013Theke zu, um die Getr\u00e4nke, welche im Preis inbegriffen waren, einzul\u00f6sen. Mit erschrecken mussten wir allerdings feststellen, dass nicht wir bestimmen konnten was getrunken wurde, sondern die zwei Meter grosse, eher korpulente blonde Bardame aus Russland. Kein Bier, kein Wein sondern Vodka war das Hausgetr\u00e4nk. So verbrachten wir gemeinsam, eher auf uns konzentriert als auf die T\u00e4nzerinnen, den Abend in dem Schuppen. Die Stimmung war wirklich sehr gelassen und angenehm, da die Musik nicht so ohrenbet\u00e4ubend war wie die in den anderen Lokalen, welche wir zuvor in der Innenstadt begutachteten. Wir haben viel diskutiert und gelacht. S\u00e4ndu, dem sein Herz ein wenig h\u00f6her schlug als er die vielen Sofas sah, man erinnere sich an den Hockenheimausflug, war von der Stimmung sehr angetan, man k\u00f6nnte sogar sagen er war in Trance. Zuvor hatte er sich in einem Souvenirshop einen sch\u00f6nen weissen Schal f\u00fcr die kalten Tage gekauft. Wie gesagt, die Sofas waren f\u00fcr seinen Gem\u00fctszustand vermutlich verantwortlich. Er hatte den ganzen Abend ein breites Grinsen im Gesicht, er t\u00e4nzelte von einer Ecke in die Andere, so leichtf\u00fcssig wie nur Fred Astaire es gekonnt hatte. Er sang und drehte sich im Kreis, immer und immer wieder. Er war so gl\u00fccklich, dass er einer netten Angestellten, wir nennen sie Lady Butterfly, den wundersch\u00f6nen Schal schenkte. Einfach so und ohne Hintergedanken. Die Zeit verging, und S\u00e4ndu wollte an diesem Abend einfach nicht nach Hause gehen. Widerwillen packten Bidli und Mischu den Hippie am Arm und schleiften ihn schliesslich gegen 2 Uhr die Treppe hoch nach draussen. Zuerst war der B\u00f6rsenmakler ein wenig gekr\u00e4nkt und beleidigt, doch schon kurze Zeit sp\u00e4ter konnte er seine Gedanken und Gef\u00fchle wieder ordnen und schloss sich auch wieder der Truppe an. Wir zogen noch einige Stunden durch die Gassen und Bars bevor wir m\u00fcde in die Betten fielen und sofort einschliefen. Der erste Tag war vorbei.<\/p>\n<p>Der zweite Tag verlief wie schon die Jahre zuvor ruhiger ab. Um 9 Uhr morgens trafen sich alle Mitglieder im Fr\u00fchst\u00fccksraum um gest\u00e4rkt den neuen Tag zu beginnen. Nach einer Portion Kaffee und Gipfeli ging es dann aber schon wieder auf Tour durch Prag. Auch am zweiten Tag erkundeten wir die Stadt haupts\u00e4chlich zu Fuss. Ziel war ein Aussichtspunkt in der N\u00e4he der Moldau. Da der Besucheransturm bei der Zahnradbahn enorm war und die Wartezeit ein Ticket zu ergattern sch\u00e4tzungsweise eine dreiviertel Stunde aufwies, beschlossen wir den H\u00fcgel zu Fuss zu erklimmen. Nach ungef\u00e4hr einer halben Stunde erreichten wir eine wundersch\u00f6ne Lichtung. Von hier hatte man einen tollen Ausblick \u00fcber die Stadt. Schwer atmend und schwitzend entschlossen sich f\u00fcnf der Mitglieder eine Pause zu machen. Die beiden Cardinalbr\u00fcder hingegen wollten die starken M\u00e4nner markieren und uns und sich selbst etwas beweisen. Ohne Halt marschierten die beiden weiter bis zur Spitze des Hausberges. Die anderen f\u00fcnf Clubmitglieder, sympathisch und bescheidenen wie man sie kennt, verweilten noch einige Minuten an ihrem Rastplatz, bevor sie sich wieder talw\u00e4rts bewegten. M\u00fcde und vom gestrigen Abend gezeichnet, suchten wir ein sch\u00f6nes und gem\u00fctliches Pl\u00e4tzchen zum geniessen und chillen in der N\u00e4he der Karlsbr\u00fccke. Auf dem Weg machten wir noch einen kurzen Abstecher ins Starbucks. Kaum bei der Br\u00fccke angekommen stiessen wir auch schon wieder auf die zwei Ausreisser. Berichten konnten sie nicht allzu viel. Die Aussicht sei weiter unten besser gewesen war ihre Antwort. Waren die beiden \u00fcberhaupt je am Aussichtspunkt angekommen? Versteckten sie sich eventuell hinter einem Baum um uns glauben zu machen sie seien so sportlich wie sie sich immer br\u00fcsten? Oder hatte unser Pr\u00e4sident wieder einmal einen epileptischen Anfall? Ich war der \u00dcberzeugung, dass unser Rentnerschreck nach B\u00e4zi roch. Musste Mischu seinen Bruder wieder mal mit Alkohol ruhig stellen? Fragen \u00fcber Fragen, welche bis heute nicht gekl\u00e4rt sind.<\/p>\n<p>Erneut stolzierten wir wieder vereint \u00fcber die Golden Gate Bridge von Prag und bestaunten die K\u00fcnstler wie bereits am Vortag. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es dann zu dem Platz, den Namen habe ich leider vergessen, wo wir am Freitagabend die Bike-Tour durch die Menschenmenge absolvierten. Auf diesem standen verschiedene Essensst\u00e4nde, die ein wenig an einen Christkindel Markt erinnerten. Prager W\u00fcrste und Pouletspiessli mit Brot waren der Verkaufsschlager. Wer das Essen nicht mochte oder wer mit den Portionen \u00fcberfordert war, musste sich kein schlechtes Gewissen machen. Die Stadt Prag pflegt ein wirkungsvolles Konzept der Wiederverwertung und Abfallentsorgung. Einheimische Bettler, vom Staat subventioniert, schleichen fast unbemerkt durch die Menschenmenge und sammeln SOFORT die Essensreste aus den Abfallk\u00fcbeln zusammen. Was f\u00fcr den einen nicht gut genug ist, ist f\u00fcr den anderen ein Festschmaus.<\/p>\n<p>Wir mussten uns mit der Mittagsverpflegung allerdings beeilen, da wir unbedingt um 3 Uhr nachmittags eine beliebte Touristenattraktion besuchen wollten. Auf demselben Platz, nur etwas weiter links, konnte man ein historisches Glockenspiel bestaunen, das hunderte von Touristen anlockte. Gespannt warteten wir wie alle anderen auf das Geschehen. Der AHA- und Wow-Effekt blieb allerdings aus. Der Unterschied zum Glockenspiel bei der \u201eZytglogge\u201c in Bern war, dass auf dem Kirchenturm ein altert\u00fcmlich gekleideter Mann mit einer Trompete einige T\u00f6ne von sich pustete. Ansonsten genau so unspektakul\u00e4r. Gelangweilt und doch am\u00fcsiert suchten wir nach dem k\u00fcnstlerischen Akt ein gem\u00fctliches Stadtcafe. Lange suchen mussten wir nicht, schliesslich gibt\u2019s diese in Prag wie Sand am Meer. Wir beobachteten die Passanten, l\u00e4sterten, lachten und hatten einfach einen gem\u00fctlichen Nachmittag.<\/p>\n<p>Wir durchquerten noch so manche Strassen und Gassen wie beispielsweise das Judenviertel an diesem Nachmittag. \u00dcberw\u00e4ltigt von den Eindr\u00fccken und von dem Glanz, der diese sch\u00f6ne Stadt ausstrahlt, kehrten wir gegen 5 Uhr ins Hotel zur\u00fcck. Selb verst\u00e4ndlich spielte das sch\u00f6ne Wetter an diesem Tag auch eine entscheidende Rolle. Die Sonne schien und nur vereinzelt waren Wolken am Himmel zu sehen. Die Wetterprognose von J\u00f6rg Kachelmann hatte sich somit nicht best\u00e4tigt. Zum Gl\u00fcck!!! K\u00fcsu und S\u00e4ndu gingen gleich schlafen, sie waren definitiv auf den Felgen, die anderen machten noch einen kurzen Spaziergang um den Block, um ein gem\u00fctliches Restaurant zu finden, wo vier der f\u00fcnf Anwesenden einen Schieber jassten. P\u00e4ddy, der f\u00fcnfte im Bunde, genoss w\u00e4hrend des Spiels sein i-phone und surfte ein wenig im Internet. Doch auch gegen halb sieben kehrten die restlichen Mitglieder wieder ins Hotel zur\u00fcck um sich f\u00fcr den bevorstehenden Ausgang frisch zu machen.<\/p>\n<p>Am Vorabend wurden wir auf ein gepflegtes Restaurant namens \u201eFriday\u201c aufmerksam, welches wir an diesem Abend f\u00fcr unser Nachtessen ber\u00fccksichtigen wollten. Es verging allerdings eine Weile und wir mussten uns durch viele Gassen durchk\u00e4mpfen, bis wir das Lokal wiederfinden konnten. Leider waren wir ein wenig sp\u00e4t dran, weshalb wir nicht draussen auf dem belebten Touristen-Platz einen gem\u00fctlichen Tisch ergattern konnten, sondern uns ins Innere begeben mussten. Kulinarisch nicht hochstehend doch qualitativ definitiv besser als am Freitagabend f\u00fcllten wir uns die M\u00e4gen. Anschliessend g\u00f6nnten wir uns von der Gelateria nebenan noch ein Eis. Und auch hier waren die staatlich bezahlten Abfallvernichter wieder prompt zur Stelle. Ein grosses Gew\u00fchl in den Abfalleimern gab es nicht. Denn das Frischeste liegt bekanntlich immer oben auf. Wie ein Hundertmeter L\u00e4ufer vor dem Start, lauerten die hungrigen Restenverwerter geb\u00fcckt und mit beiden H\u00e4nden am Boden abst\u00fctzend in Stellung. Das ging manchmal so schnell, kaum hatte man sich entschlossen etwas in den Abfalleimer zu schmeissen, raste auch schon einer auf den K\u00fcbel zu und weg war das zu Entsorgende. Bei den ganz schnellen Sprintern kamen unsere Augen mit dem Tempo nicht einmal mehr mit, man versp\u00fcrte lediglich noch einen orkanartigen Windstoss. Der blanke Horror f\u00fcr den Generalsekret\u00e4r, welcher immer wieder eine Toilette mit einem Spiegel aufsuchen musste, um seine Frisur zu richten.<\/p>\n<p>Nach dem Dessert schlenderten wir gelassen und frohen Mutes durch die vielen mit Touristen \u00fcberf\u00fcllten Gassen, tranken hie und da noch ein Bierchen oder eine Cola und am\u00fcsieren uns blendend. Angetrieben von S\u00e4ndu\u2019s Neugier und Suchtverhalten beschlossen wir am sp\u00e4teren Abend die \u201eFaraonbar\u201c vom Vorabend nochmals aufzusuchen. Der Kassier wollte sich vergewissern, ob Madame Butterfly immer noch Gefallen an seinem weissen Schal fand. Alle, ausser dem Sound- und Elektroverantwortlichen K\u00fcsu, der m\u00fcde ins Hotel zur\u00fcckkehrte um die neueste Ausgabe der VW-Szene zu lesen, folgten S\u00e4ndu bedingungslos. Auch Mischu verabschiedete sich vor dem Erreichen der Faraonbar von unserer Gruppe und machte sich auf den Weg ins Hotel. Ob ihn die VW.Szene oder aber die M\u00f6glichkeit mit K\u00fcsu alleine zu sein dazu bewogen hat entzieht sich unserer Kenntnis. Begr\u00fcsst wurden wir wie Stars in der Manege als wir das Lokal betraten. Alle Personen, welche sich im Raum befanden standen von ihren bequemen Sofas auf und diejenigen, die sich im \u201eSeparee\u201c vergn\u00fcgten, kamen aus ihren Liebesnestern hervor um uns \u201eHallo\u201c zu sagen. Freudenjubel und Geklatsche wurden begleitet von Umarmungen und Schulterklopfen. WIR WAREN WIEDER ZU HAUSE!!<\/p>\n<p>An diesem Abend hatte sich S\u00e4ndu viel besser im Griff als am Vorabend. Vermutlich war die Tatsache schuld daran, dass der weisse Schal nicht den Hals von Madame Butterfly schm\u00fcckte. Er liess sich zwar nichts anmerken, doch wer den Erfinder des wirtschaftlich erfolgreichen Becherlikonzeptes kennt, f\u00fchlte, dass er ein wenig entt\u00e4uscht war. Nichts desto trotz hatten wir auch an diesem Abend wieder eine tolle und witzige Zeit. F\u00fcr eine spezielle Showeinlage sorgte in dieser Nacht noch ein tschechischer anscheinend bekannter Politiker. Dieser zog sich vor versammeltem Publikum splitternackt aus und tanzte, auch wenn nicht so grazi\u00f6s wie S\u00e4ndu am Vorabend, auf der Tanzfl\u00e4che. Dass dieser sehr betrunken wirkte machte das Spektakel umso witziger. Nach kurzer Zeit gesellte sich eine heissbl\u00fctige, blonde Angestellte zu ihm, die ihn dann mit seinem eigenen Ledergurt an die Tanzstange fesselte.<\/p>\n<p>Die Befreiungsaktion des Politikers war dann allerdings nicht mehr ganz so sexy, weshalb wir uns wieder der Bar und unseren Gespr\u00e4chen widmeten. Wir verbrachten noch eine Weile in dem Lokal bis wir gegen ein Uhr morgens in Hotel zur\u00fcckkehrten. Und bereits war der zweite und letzte Abend in der \u201eGoldenen Stadt\u201c Geschichte.<\/p>\n<p>Der letzte Tag l\u00e4sst sich relativ kurz beschreiben. Nach dem Morgenessen packten wir unser Hab und Gut wieder in die Koffer und machten uns gegen 11 Uhr mit Bus und U-Bahn Richtung Flughafen. Ungef\u00e4hr um 12 Uhr checkten wir ein und landeten schliesslich kurz nach drei Uhr in Basel. M\u00fcde, ausgelaugt und verkatert erreichten wir kurz vor 17 Uhr wieder Aegerten, unseren Ausgangspunkt. Und siehe da, das Auto von Bidli stand immer noch am selben Ort, wo wir es am Freitag abgestellt hatten. Der Rost hatte der Zeit getrotzt <strong>GENAU WIE UNSERE FREUNDSCHAFT \u00dcBER ALL DIE JAHRE!!!!!!<\/strong><\/p>\n<p>Es freut mich ganz speziell, dass ein weiterer Ausflugsbericht des 11er Clubs auf unserer Internetseite ver\u00f6ffentlicht werden kann und ich hoffe, ich kriege noch so manche Gelegenheit, das Treiben und Geschehen der <strong>Glorreichen Sieben<\/strong> schriftlich in einem Text zu erfassen.<\/p>\n<h1>Es lebe die Freundschaft des 11er Clubs!!!!<\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch im Jahr 2010 hat der 11er Club einen Ausflug erlebt, welcher den Mitgliedern noch lange in Erinnerung sein wird und die Leber noch viele Jahre damit besch\u00e4ftigt ist, dieses Wochenende zu verarbeiten. In diesem Jahr ging die Reise nach Prag. Die letzten Vorbereitungen wurden am 10. August im Bolero diskutiert und organisiert, damit der &hellip; <a href=\"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/?p=796\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Ausflug Prag vom 13. &#8211; 15. August 2010<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36],"tags":[],"class_list":["post-796","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-berichte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/796","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=796"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/796\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":797,"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/796\/revisions\/797"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=796"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=796"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/11erclub.paeddy.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=796"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}